Kindergottesdienst zu Hause - Teil 1

Eine Gottesdienstreihe zu den Geschichten vom jungen David (Simone Merkel)

Kerze entzünden - zur Ruhe kommen

Lied: Ich bin da und du bist da

Eingang:
Wir feiern diesen Kindergottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.
Amen

Gebet:
Danke lieber Gott, dass wir heute die Möglichkeit haben, gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Sicher, es ist kein normaler Gottesdienst, da wir uns nicht in der Kirche oder im Ichtys-Haus befinden. Heute sind wir jeder für sich zu Hause, in der Familie und dennoch sind wir alle im Geiste verbunden. Du Herr schenkst uns deinen Geist und so können wir diese besondere Form des Gottesdienstes feiern. Gib uns jetzt die nötige Ruhe um von deinen Taten zu hören. Amen

Psalm 23: (Kann gerne im Wechsel gesprochen werden)
Der Herr ist mein Hirte. Mir fehlt es an nichts.
      Auf saftigen grünen Weiden lässt er mich lagern.
Er leitet mich zu Ruheplätzen am Wasser, dort erfrischt er meine Seele.
      Er führt mich gerecht durchs Leben.
Dafür steht er mit seinem Namen ein.
      Und muss ich durch ein finsteres Tal, fürchte ich kein Unglück.
Denn du bist an meiner Seite!
      Dein Stock und dein Stab schützen und trösten mich.
Du deckst für mich einen Tisch vor den Augen meiner Feinde.
      Du salbst mein Haar mit duftendem Öl und füllst mir den Becher bis zum Rand.
Nichts als Liebe und Güte begleiten mich alle Tage meines Lebens.
     Mein Platz ist im Haus des Herrn. Dort möchte ich mein Leben langbleiben.

Erzählung: Samuels Aufgabe (David wird gesalbt 1. Samuel16, Verse 1-13)

„Ich kann es nicht glauben! Es ist nicht zu fassen. Wahrscheinlich ist es einfach nicht wahr. Ich werde mich geirrt haben. Einfach geirrt. Das kann ja mal passieren!“ Ein Mann läuft hin und her unter den Bäumen. Die Hände hat er auf den Rücken verschränkt. Gebeugt geht er, als würde er eine schwere Last tragen. Er läuft her und hin. Sein langes Gewand raschelt bei jedem Schritt. Er murmelt in Gedanken versunken. „Ist nicht Saul unser König? Natürlich ist er unser König. Er ist ein guter König. Er sorgt sich um seine Leute und um sein Land. Er verteidigt das Land gegen Feinde. Er betet zu Gott am heiligen Ort.“

Er bleibt stehen und richtet sich nachdenklich auf. „ Nein, Saul ist kein guter König. Oft ist er aufbrausend und unberechenbar. Er verbündet sich mit den falschen Leuten. Manchmal scheint es, er hätte Gott vergessen!“

Er nimmt seine Schritte wieder auf. „Trotzdem, Saul ist unser König. Gott hat ihn erwählt. In Gottes Namen habe ich ihn zum König gesalbt. Mit kostbarem Öl habe ich ihn gesalbt. Wenn ich daran denke, kann ich den Duft jetzt noch riechen. Duftendes Öl auf dem Kopf, an der Stirn und an den Händen. Alle haben es gesehen. Alle wissen, das ist unser König.“ Er setzt sich unter den großen Baum. Die Arme verschränkt vor der Brust. Energisch schüttelt er den Kopf. „Ich muss mich geirrt haben. Anders kann es nicht sein.“

Samuel ist es, der dort unter dem Baum sitzt. Ein Mann Gottes. Samuel ist ein Prophet. Samuel hört Gottes Wort. Er ermahnt die Menschen. Er ermutigt die Menschen. Er tut, was Gott ihm aufträgt. Manchmal ist Gottes Auftrag leicht. Dieses Mal ist Gottes Auftrag schwer. „Wie soll ich denn einen neuen König salben, wenn der alte noch da ist? Das geht nicht. Das ist unmöglich. Ein Land und zwei Könige? Das gibt Streit. Das gibt Ärger. Das gibt Krieg. Und mit mir wird es anfangen. Saul wird mich umbringen, wenn er es erfährt. Wenn er erfährt, dass ein anderer König sein soll, wird er durchdrehen, verrückt werden, wütend sein!“

Samuel steht auf. Dann läuft er wieder. Er geht auf und ab. Er grübelt. „Nun gut. Das eine werde ich erstmal tun: Ich werde das Horn mit Salböl füllen. Ich werde nach Bethlehem gehen. Ich werde die Familie zum Gottesdienst einladen. Und dann.... mal sehen, was dann!”

Samuel geht nach Bethlehem. Die Familien in Bethlehem kennen Samuel. Die Nachricht von Samuels Ankunft verbreitet sich schnell. „Der Gottesmann ist da.“ „Der Prophet ist zu uns gekommen. Was will er bei uns?“ „ Warum kommt er, bringt er schlechte Nachrichten?“ „Hat er uns Gutes zu sagen? Sag schon Samuel, bringst du uns Gutes oder Schlechtes?“ “Sag schon Samuel, bedeutet dein Kommen Heil oder Unheil?“

„Seid unbesorgt“, sagt Samuel. „ich komme, um mit euch gemeinsam Gott zu ehren. Holt eure Familien, holt eure Söhne und Töchter und lasst uns singen und beten.“ Alles ist vorbereitet. Da sind Fleisch und Brot. Da sind Räucherwerk und Kerzen. Da sind Lieder und Gebete. Dann kommen sie alle. Isai kommt mit seinen Söhnen. Isai hat stattliche Söhne.

Den Ältesten sieht Samuel zuerst. Er ist groß gewachsen. „Das könnte der neue König sein“, denkt Samuel. „Größer als alle, so muss der König sein.“

Dann sieht Samuel den Zweiten. Er ist kräftig mit starken Muskeln. „Das könnte der neue König sein“, denkt Samuel. „Stärker als alle, so muss der König sein.“

Samuel hört den Dritten. Er redet mit lauter Stimme. „Das könnte der neue König sein“, denkt Samuel. „Lauter als alle, so muss der König sein.“

Samuel sieht den Vierten. Er führt einen beladenen Esel. „Das könnte der neue König sein“, denkt Samuel. „Zuverlässiger als alle, so muss der König sein“.

Samuel sieht den Fünften. Er trägt einen Bogen über der Schulter. „Das könnte der neue König sein“, denkt Samuel. „Ein geschickter Schütze, so muss der König sein.“

Samuel sieht den Sechsten. Mit schnellen Beinen ist er unterwegs. „Das könnte der neue König sein“, denkt Samuel. „Schneller als alle, so muss der König sein.“

Schließlich sieht Samuel den Siebten. Seine Augen funkeln verwegen. „Das könnte der neue König sein“, denkt Samuel. „Mutiger als alle, so muss der König sein.“

 

 

 

 

 

 

Sieben Söhne Isais stehen hier. Groß der eine, stark der andere, laut der dritte, zuverlässig der vierte, geschickt der fünfte, schnell der sechste und mutig der siebte. Samuel sieht alle an. Sein Blick wandert von einem zum anderen. „Nein“, denkt Samuel, „das ist er nicht. Keiner von ihnen wird König von Israel. Der Größte nicht, der Stärkste nicht, der Lauteste nicht, der Zuverlässigste nicht, der Geschickteste nicht, der Schnellste nicht und der Mutigste auch nicht. Darauf kommt es nicht an. Nicht auf das Äußere. Gott sieht das Herz. Darauf kommt es an!“

Alles ist vorbereitet. Räucherwerk und Kerzen sind da. Lieder und Gebete sind auch da. Samuel trägt das große Horn bei sich. Im Horn ist das Salböl. „Isai“, fragt Samuel, „sind das alle deine Söhne?“

„Einer ist nicht dabei“, sagt der Vater. “Der Jüngste fehlt noch. Er ist auf dem Feld. Er hütet die Schafe. David ist der Jüngste.“ „Hol ihn her. Er soll dabei sein. Er soll mit uns singen und beten. Wir brauchen ihn hier. Wir wollen Gott dienen. Er soll Gott dienen.“

Schnell wird David vom Feld geholt. Samuel sieht ihn. Jung ist David, seine Augen glänzen. Er strahlt. Er strahlt etwas aus. Samuel weiß: “Das ist der neue König.“ Samuel nimmt sein Salbhorn. Er salbt David vor seinen Brüdern. Duftendes Öl auf dem Kopf, an der Stirn und an den Händen. Alle sehen es. Alle wissen, David wird unser König.

Lied: Von allen Seiten umgibst du mich

Fürbitten:
Guter Gott, wir danken dir. Du suchst dir immer Menschen, die dir dienen. Auch kleine Menschen bekommen bei dir große Aufgaben. Lass auch uns zu deinen Helferinnen und Helfern werden. Lass uns erzählen von dir. Wir bitten dich für uns Kinder, die wir noch nicht so genau wissen, was wir einmal werden wollen. Schenke uns den richtigen Weg und bleibe einfach bei uns. Dann wird alles gut werden.

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.

Amen.