Auszeit für die Ausgabe des Hellweger Anzeigers vom 30.04.2020

Vom Auf- und Ausräumen

Von Pfarrer Jürgen Eckelsbach

Letzte Woche hatte ich Urlaub. Natürlich zu Hause: Heimaturlaub eben. Da ist es wichtig, mal rauszukommen. Wir haben zum Glück einen Garten. Wir wandern gerne. Das war richtig gut. Aber es drängen sich auch Arbeiten auf, zu denen man sonst nie kommt: Keller aufräumen! Au weia! Was kommt da alles zu Tage? Manches erinnert an schöne Augenblicke mit den Kindern. Bei einigen Sachen staune ich, dass wir so was mal gekauft haben. Aber manches ist einfach alt und kaputt. Also haben wir nicht nur auf-geräumt sondern auch viel aus-geräumt und entsorgt. Und das tut richtig gut.

Ein Lied von „Silbermond“ fällt mir ein: „Du siehst dich um in deiner Wohnung. Siehst das Ergebnis von Kaufen und Kaufen von Dingen. Von denen man denkt, man würde sie irgendwann brauchen ... Zu viel Spinnweben und zu viel Kram. Und eines Tages fällt dir auf, dass du 99 Prozent davon nicht brauchst. Du nimmst all den Ballast und schmeißt ihn weg. Denn es reist sich besser mit leichtem Gepäck.“

Es könnte sein, dass uns die Corona-Auszeit zwingt, zu überprüfen, was wir wirklich brauchen und was nicht. Um dann auszuräumen und loszulassen - sowohl Alltags-Gegenstände als auch „Seelen-Dinge“, von denen „Silbermond“ singt: „All die Narben. All die Rechnungen, die viel zu lang offen rumlagen.“ Kennen Sie das? Was könnte das bei Ihnen sein?

Schon Jesus hat zum Ausräumen geraten: „Häuft keine Schätze auf der Erde an, wo Motten und Würmer sie fressen, sondern häuft Schätze im Himmel an.“ Er ist ein Meister des leichten Gepäcks. Jesus ent-lastet: „Kommt zu mir alle, die ihr be-lastet seid. Bei mir werdet ihr Ruhe finden.“ Jesus ist – nicht nur in Corona-Zeiten – eine richtig gute Adresse.