Wer wälzt uns den Stein weg?

von Gemeindepädagogin Freya Walke

Ich mag Steine. Schon als Kind mochte ich Steine. Auf einer Fahrradtour vor Jahren fand ich viele kleine Kieselsteine am Flussufer der Donau. Sie hatten weiße Einschlüsse, die bei genauer Betrachtung als Kreuze zu erkennen waren. Ich war so fasziniert, dass ich einige Steine sammelte und mit nach Hause nahm.

Als es im letzten Jahr mit Corona losging, da sprachen oft Steine zu mir. Ich denke vor allem an so manche von Tag zu Tag länger werdende Reihe bemalter Steine vor Kindergärten und Schulen. Auch in unserem Fenster und Schaukasten am ICHTYS lag eine bunt bemalte Stein-Reihe. Irgendjemand hatte angefangen, einen Stein zu bemalen: Ein Lächeln, eine Sonne, eine Blume, ein Herz. Jeder Stein erzählte eine Geschichte. Von Angst und Hoffnung, aber vor allem vom Leben!

"Wer wälzt uns den Stein weg?"(Mk 16,3) So fragen sich die Frauen auf dem Weg zum Grab am Ostersonntag. Sie haben Öl gekauft, machen sich in aller Frühe auf den Weg, um den hingerichteten Jesus zu salben. Mutig ist das! Und unterwegs fragen sie sich, wer ihnen den schweren Stein vom Grab wegwälzen soll. Als sie ankommen, ist alles anders als erwartet. Der Stein ist weg - welche Erleichterung. Aber welch ein Schrecken! Der, den sie salben wollen, ist verschwunden. Und dann die Nachricht, dass er auferweckt wurde und ihnen begegnen will. Die Nachricht, dass Jesus lebt, übersteigt völlig ihr Vorstellungsvermögen. Wer wird uns den Stein wegwälzen? Das ist die Frage der Frauen auf dem Weg zum Grab.

Meine Fragen heute sind ähnlich: Wie soll es weitergehen? Wer gibt Hoffnung? In Trauer und Enttäuschung möchte ich manches wenigstens einbalsamieren. Und dann kommt mir gerade aus diesen Fragen die gleiche Botschaft entgegen wie den Frauen am Ostermorgen: Fürchte dich nicht! Jesus lebt! Er geht mit! Welche Erleichterung!

Bleiben Sie behütet
Ihre Freya Walke

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